Rectisol ist eine physikalische Sauergaswäsche, die ein organisches Lösungsmittel (typischerweise Methanol) bei tiefen Temperaturen verwendet. Durch Rectisol Wäsche kann Synthesegas bis auf einen Restgehalt von 0,1 vppm Gesamtschwefel (H2S+COS) und CO2 in ppm Größenordnung gereinigt werden. Zu den wesentlichen Vorteilen des Verfahrens gehören die günstigen Verbrauchszahlen, die Verwendung eines preisgünstigen und überall verfügbaren Waschmittels und die Flexibilität des Verfahrens hinsichtlich einer Anpassung an gewünschte Rahmenbedingungen.
Weltweit werden Rectisol Wäschen in kommerzieller Anwendung zur Reinigung von Wasserstoff, Ammoniak Synthesegas, Methanol Synthesegas und zur Produktion von CO und Oxogasen betrieben. Hoher Betriebsdruck und hohe Sauergaskonzentrationen sind besonders vorteilhaft für die Anwendung des Verfahrens. Rectisol wird daher häufig eingesetzt um konvertiertes, teilkonvertiertes oder unkonvertiertes Gas nach partieller Oxidation von Rückstandsöl, Kohle oder Braunkohle zu reinigen. Wegen der tiefen Betriebstemperatur ist der Einsatz von Rectisol besonders vorteilhaft, wenn für nachgeschaltete Verfahren croyogene Anlagen zum Einsatz kommen, wie Flüssig Stickstoff Wäsche oder cryogene Gewinnung von CO und Oxogas.
Ein vereinfachtes Schema einer Rectisol Wäsche wird oben dargestellt. CO2 und Schwefelkomponenten werden in getrennten Fraktionen entfernt und führen zu einem sauberen CO2 Produkt (zum Beispiel für die Harnstoff Synthese) und einer H2S/COS reichen Fraktion zur Verwertung in einer Claus Anlage. Durch Anwendung von Rectisol für zahlreiche Einsatzgase und Folgeprodukte, liegen reichhaltige Erfahrungen zu Auslegung und Betrieb vor, die auch die Behandlung von Spurenkomponenten einschließen.
Ein spezielles Ausrüstungsmerkmal des Verfahrens sind gewickelte Wärmetauscher, die einen niedrigen Energieverbrauch und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens begünstigen.